Mountainbike Transalp light Bodensee - Lago Magiore

Einwöchige Tour im August 2007 mit dem DAV-Summit-Club.

Teilnehmer: Wolfram (Radführer) und Christiane, Katrin und Norbert, Resi und Roland, Karin, Jean Claude und Cosmin, Melanie, Burghard, Wolfgang und meine Wenigkeit.

[ 1. Tag ] Anreise
Nach dem verregneten Sommer (und einem daraus resultierenden Trainingsrückstand) bin ich hoch erfreut, als ich an einem sonnigen und heißen Sommertag in Friedrichshafen ankomme. Nach einem kurzen Stadtrundgang folgt vor dem Abendessen noch die Vorstellung der Tour durch Wolfram.

[ 2. Tag ] Friedrichshafen - Romanshorn - Appenzell (50 km, 1100 HM)
Am morgen setzen wir mit der Fähre nach Romanshorn über, wo überraschenderweise der Grenzposten unbesetzt ist. Soviel zu den strengen Einreisebestimmungen der Schweiz.
Wir fahren zuerst einige Kilometer im hügeligen Gelände meist über Wirtschaftswege. Danach folgen wir einem Wanderweg entlang der Sitter, der uns ständig auf und ab führt und technisch teilweise nicht ohne ist. Nach dem wir auf diese Weise St. Gallen umfahren haben folgt ein knackiger Anstig zum höchsten Punkt des Tages beim Dorf Stein.
Nach der Mittagspause in einer Käserei fahren wir über Nebenstraßen nach Appenzell, unserem ersten Etappenziel.



[ 3. Tag ] Appenzell - Schwägalppass - Wildhaus (52 km, 1300 HM)
Wir verlassen Appenzell auf der Straße in Richtung Säntis. Beim Anstieg zur Passhöhe Cham (1400 m) fahren wir auf einem Schotterweg zunächst durch Wald, später über Almen. Hier sieht es tatsächlich aus wie im Appenzeller-Heidi-Bilderbuch. Nach kurzer Abfahrt erreichen wir die Straße beim Schwägalppass, von wo die Seilbahn auf den Säntis fährt und daher entsprechend viel Ausflugsverkehr ist.
Um die Abfahrt ins Tal der Thur nicht ganz auf der Straße fahren zu müssen, folgen wir einem Wanderweg, den Wolframs in der Karte ausgemacht hat. Leider ist dieser nur schelcht befahrbar und so kehren wir bald auf die Straße zurück.
Im Tal folgen wir zunächst einem Wanderweg am Ufer der Thur, um dann auf einer kleinen Nebenstraße noch einen Abstecher in ein Seitental zu machen bei dem einige Höhenmeter zusammenkommen.
Da das Wetter nach wie vor sehr sommerlich ist, sind alle froh als wir schließlich in Wildhaus ankommen.



[ 4. Tag ] Wildhaus - Bad Ragaz - Kunkelspass - Chur (84 km, 1150 HM)
Das Wetter ist über Nacht umgeschlagen und der Himmel zeigt sich bewölkt als wir nach dem Frühstück mit ein paar kurzen Zwischenansteigen ins Rheintal hinabfahren. Wir folgen dem Rhein vorbei an Lichtenstein bis nach Bad Ragaz, wo wir Mittagspause machen. Bis auf ein paar Regentropfen hat sich das Wetter einigermaßen gehalten, aber es ist doch merklich kühler als in den vergangenen Tagen.
Der Anstieg zum Kunkelspass beginnt zunächst steil durch eine enge Schlucht, wird dann aber flacher. In Vättis ist das Ende der Straße und der Anstieg auf dem Schotterweg wird wieder steiler. Auf der Passhöhe (1358 m) genießen wir auf der Terasse der Hütte das eine oder andere Kaltgetränk - serviert von einer Wirtin, die sowas von gut drauf ist, dass man sie fragen möchte, was sie dafür morgens in ihren Tee rührt ...
Die rasante Abfahrt nach Chur führt über eine alte Schotterstraße teilweise durch Tunnel - sehr schön. Kurz nachdem wir in Chur im Hotel sind beginnt es zu regnen - Glück gehabt.

Wohlverdiente Pause Die Jungs spielen Steinzeit Abfahrt im Tunnel Chur


[ 5. Tag ] Chur - Lenzerheide - Thusis (40 km, 1270 HM)
Als wir nach dem Frühstück nach Lenzerheide aufbrechen wollen, regnet es noch leicht. Da wir aber heute nur einen kurzen Tag haben und noch eine kleine Panne zu beheben ist, zögern wir die Abfahrt hinaus, bis es nur noch ein wenig nieselt.
Der Anstieg beginnt direkt in Chur und führt zunächst auf der Straße, danach auf einem schönen Waldweg nach Churwalden. Weiter fahren (oder schieben) wir auf teils steilen Waldwegen bis Parpan, wo wir uns für die Abfahrt nach Lenzerheide warm anziehen.
Nach der Mittagspause folgt zunächst noch ein kurzes Stück Straße bis wir zum Start der berühmten Abfahrt "auf dem alten Schin" nach Tusis kommen. Die Strecke verläuft teils auf Schotter, teils auf Geröll und auch durch einige längere Tunnel (Stirnlampe sinnvoll). In einem Tunnel stand am Boden eine große und tiefe Wasserlache. Eine interessante Erfahrung: man sieht fast nichts, muss aber zügig fahren und auf keinen Fall anhalten oder den Fuß absetzen, der sonst in zwanzig Zentimeter Wasser und Schlammm zu versinken droht.
Als wir in Thusis ankommen, zeigt sich sogar ein wenig die Sonne aber erst die Fernsehnachrichten zeigen uns, wieviel Glück wir haben. In der Zentral- und Westschweiz hat starker Regen zu Überschwemmungen und Bergrutschen geführt.



[ 6. Tag ] Thusis - Splügen - San Bernadino (60 km, 1550 HM)
Heute ist die Königsetappe und Cosmin, unser jüngster Mitfahrer, hat Geburtstag und wird 15.
Gleich hinter Thusis beginnt der Ansteig auf der sehr verkehrsarmen alten Straße durch die enge Via Mala Schlucht. Der Anstieg ist zwar nie sehr steil, zieht sich aber bis zum Sufner See, wo wir zum ersten Mal ein paar Meter in flachem Gelände fahren. Wir umfahren den See auf Waldwegen und treffen uns in Splügen zu wärmendem Kaffee und stärkendem Apfelkuchen.
Danach fahren wir über Wirtschaftswege bis Hinterrhein, wo die letzten 500 steilen Höhenmeter zum Pass beginnen. An der Passhöhe ziehe ich mich warm an, bevor ich mich in den Gastraum der Hütte setze und noch wärmer bevor wir nach San Bernadino abfahren.
San Bernadino versprüht den Charm eines Wintersportparadieses der 70er Jahre, was sich auch in Einrichtung meines Zimmers wiederspiegelt. Dafür sind die Penne arabiata beim Abendessen wirklich sehr scharf ...



[ 7. Tag ] San Bernadino - Locarno (70 km, 150 HM)
Nachdem es zu Beginn der Abfahrt noch kühl ist, wird mir auch aufgrund der zuerst teilweise anspruchsvollen Strecke durch den Wald schnell warm. Spätestens als wir den Wald verlassen und auf schmalen Nebenstraßen ins Tal kurven, ist dann eindeutig luftige Bekleidung angesagt. Im Tal folgen wir dann dem Fluss Moeso und nach einem kurzen Straßenabschnitt stehen wir plötzlich am Ufer des Lago Magiore, dem Ziel unserer Tour.
Bevor wir ins Hotel fahren, sehen wir uns noch ein wenig in der Stadt um, auf die der Begriff mondän schon ganz gut passt. Nach einer Erfrischung im Hotelpool gehen wir zum Abendessen in ein sehr gutes Restaurant am Ufer des Sees.



[ 8. Tag ] Abreise
Nach dem Frühstück wird der Radanhänger des Busses beladen und wir sehen auf der Rückfaht an den Bodensee nochmal einige Wegabschnitte, die wir in der vergangenen sechs Tagen mit der Rad zurückgelegt haben. Das Wetter wird immer schlechter bis wir im kühlen und verregneten Friedrichshafen ankommen.


Das Fazit meiner dritten Transalp: Noch nie habe ich in so kurzer Zeit soviel Beinmuskulatur aufgebaut.
Aufgrund des schlechten Wetters in den Vormonaten war meine Vorbereitung dürftig, so dass ich doch etwas zu kämpfen hatte.
Außerdem habe ich gelernt wie wichtig ein immer funktionierender Radcomputer ohne ständige Ausfälle durch einen unfachmännisch befestigten Speichenmagneten gewesen wäre.

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