Mountainbike Transalp light
Einwöchige Tour im August 2005 mit dem DAV-Summit-Club.
Teilnehmer: Wolfram (Radführer), Heidi 1, Heidi 2, Katrin, Petra, Simone, Günter, Karl, Ingmar, Jörg, Roland, Ulf
und meine Wenigkeit
Der Gedanke an eine mehrtägige Mountainbiketour entstand eigentlich zwangsläufig aus der Tatsache, dass ich zu Hause viel
Rad fahre und im Urlaub gerne in den Bergen unterwegs bin. Da ich auch noch ein betagtes Mountainbike im Keller stehen habe, wurde es dann eine Mountainbiketour. Zum Ausprobieren allerdings erstmal eine nicht so schwere.
Also: Transalp light von Garmisch zum Gardasee - ohne hohe Pässe und lange Trage- oder Schiebepassagen.
[ 1. Tag ] Anreise
Mit der Bahn über Köln, Stuttgart und München komme ich gegen 20:00 in Garmisch an. Es regnet und warm ist es eigentlich auch nicht. Da ich aufgrund der ungünstigen Zugeverbindung nicht um 18:00 am Treffpunkt sein konnte, bringe ich schnell mein Rad ins Hotel und eile zu den anderen Teilnehmern - und zum Abendessen.
[ 2. Tag ] Garmisch - Fernpass - Imst - Wenns (75 km, 1100 HM)
Bei bedecktem Himmel führt der Weg an der Loisach entlang nach Lermoos. Dann am Weißensee vorbei auf einem breiten
Forstweg in Richtung Fernpass (1270 m). Die Abfahrt vom Fernpass über einen schmalen, holprigen Waldweg ist die erste Herausforderung an mein nicht vorhandenes fahrtechnisches Können. Am Schloss Fernstein ist das Schlimmste überstanden und die Unterarmmuskulatur darf sich eine Pause gönnen vom Dauerbremsen. Ab jetzt führt der Weg auf guten Waldwegen und mit
mäßigem Gefälle nach Imst im Inntal.
Kurz vor Imst machen wir Mittagspause in einem Gasthof. Die grünen Nudeln mit Gorgonzolasoße werden sich noch rächen ...
Am Bahnhof Imst/Pitztal fahren wir auf den Resten der alten Pitztalstraße hinauf in Richtung Arzl, danach geht's nochmal in
den Wald. Der teilweise steile und steinige Waldweg schlaucht uns ganz schön. Dazu kommen bei mir Magenkrämpfe vom
Mittagessen. In den nächsten Tagen sollte ich womöglich in der Mittagspause weniger reichhaltig essen!
Nach kurzer Abfahrt kommen wir in Wenns an und der Wellnessbereich des Hotels tut seine Dienste an unseren geschundenen
Körpern.
[ 3. Tag ] Wenns - Pillerhöhe - Lafairs (38 km, 920 HM)
Am Morgen stellt der leichte Dauerregen die Frage nach der optimalen Bekleidung. Da es aber direkt 600m aufwärts zur
Pillerhöhe geht, ziehe ich die Regensachen schon nach ein paar Minuten Fahrt wieder aus. Besser nur von außen nass, als
von innen UND außen.
Die wenig befahrene Straße führt mäßig steil durch einige Siedlungen nach oben. Die letzten Kilometer werden aber
unangenehmerweise sehr steil und als ich nach einer Stunde oben bin, freue ich mich schon auf die Abfahrt, die sich in
Serpentinen auf einem Forstweg ins Inntal schlängelt. Ein Fully wäre hier allerdings meinem brettharten Hardtail
deutlich vorzuziehen. Und moderne Bremsen auch.
Der weitere Weg führt flach am Inn entlang bis er in ein Seitental abzweigt und zum ausgesetzten Bergpfad wird. Teilweise
müssen die Räder geschoben und getragen werden, aber wir sind ja auf einer Mountain Transalp und nicht beim
Kindergeburtstag.
Die letzten Kilometer bis zum Hotel sind dann wieder flach und laden zu einem kleinen Schlußspurt ein.
Nach einer Portion Kaiserschmarren und einer Stunde Nachmittagsruhe darf auch hier wieder der Wellnessbereich seine wohltuende Wirkung entfalten.
[ 4. Tag ] Lafairs - Reschenpass - Goldrain (80 km, 1000 HM)
Heute scheint das Wetter besser zu werden. Besonders im Süden ist schon blauer Himmel zu erahnen, als wir über
Pfunds dem Inn über die Schweizer Grenze folgen. Hinter einer alten Brücke beginnt der Weg anzusteigen, später wird
er im Wald sogar ziemlich steil, sodass wir die Räder schieben müssen. Danach verläuft der Weg parallel zur Passstraße,
die wir kurz vor Nauders kreuzen. Als wir auf das Hochplateau fahren, auf dem Nauders und der Reschenpass liegen, bieten
uns die umliegenden Berge in der Sonne und vor blauem Himmel ein tolles Panorama. So macht transalpen Spaß.
Nachdem wir in Nauders für einen Werbefilm posiert haben, fahren wir auf dem Plateau weiter in Richtung der Grenze zu
Italien. Kurz vor dem Reschensee machen wir Mittagspause und umfahren den See dann auf einer kleinen Nebenstraße auf der
Westseite 100m oberhalb des Sees.
Ab jetzt geht es bergab. Auf schmalen Fahrwegen rollen wir hinunter ins Etschtal und machen in Glurns erstmal wieder Pause
für ein Eis. Langsam wird mir klar, dass ich bei dieser Tour kein Gramm abnehmen werde! Ab jetzt begleiten uns die
Apfelplantagen, für die das Etschtal berühmt ist. Der gute Radweg führt fast immer an der Etsch entlang und beschert uns durch Windschattenfahren einen beinahe-30er-Schnitt auf den letzten 30 km bis zum Ziel in Goldrain.
[ 5. Tag ] Goldrain - Meran - Eppan (70 km, 460 HM)
Das Wetter ist hochsommerlich als wir durch die Obstplantagen in Richtung Meran aufbrechen. Die letzten Kilometer in die
Stadt und die Strecke in der Stadt sind wegen des Autoverkehrs ziemlich unangenehm - einerseits muss man die Autos, andererseits die Gruppe im Auge behalten - und so sind wir froh als wir in Meran in einem Cafe an der Etsch sitzen und uns kalorienhaltigen, südländischen Genüssen hingeben.
Hinter Meran verläuft die Route noch bis Lana auf einer vielbefahrenen Straße bevor wir auf ruhigeren Wegen durch die Weinberge in Richtung Eppan fahren. Kurz vor Sankt Pauls muss dann in der Mittagshitze eine 200 HM Steigung
bezwungen werden. Der Brunnen auf dem Dorfplatz sorgt danach für Abkühlung.
Kurz vor dem Ziel machen wir in Sankt Michael Mittagspause und halten danach unseren Mittagsschlaf am Hotelpool.
[ 6. Tag ] Eppan - Trento (75 km, 750 HM)
Das gute Wetter hält sich, als wir am Morgen zum Wachwerden einen Bogen durch den Wald um die Montiggler Seen machen.
Das steile und teilweise durchaus anspruchsvolle Gelände treibt den Puls nach oben und den Schweiß nicht nur auf die
Stirn. Die Fahrt durch die Weinberge um den Kalterer See bietet da die ideale Erholung. Über Tramin fahren wir entlang
der Südtiroler Weinstraße ehe wir bei Margreid hinunter zur Etsch fahren, die ab jetzt Adige heißt, da wir bei
Salorno die Sprachgrenze passieren.
Der ebene Radweg an der Adige verleitet mal wieder zum Schnellfahren im Windschatten was bei mir zu Schmerzen im
rechten Knie führt, die bis Trento immer stärker werden. Unser Hotel liegt direkt am sehr schönen Domplatz, der mit
mit seinen vielen Cafes und den umliegenden Gassen das Gefühl vermittelt, in Italien angekommen zu sein ;-)
[ 7. Tag ] Trento - Passo Bordala - Riva (65 km, 1250 HM)
Bei wolkigem Himmel folgen wir der Adige bis Aldeno. Hier beginnt nicht nur der Regen, sondern auch die lange Steigung zum
Lago di Cei. Auf der Steigung zieht sich die Gruppe schnell weit auseinander und jeder fährt in seinem Tempo alleine oder
in einer kleinen Gruppe durch den Regen bergauf. Zum Glück habe ich dabei fast keine Probleme mit meinem Knie.
Der Lago di Cei ist aber nur eine Zwischenstation und nachdem die Gruppe wieder komplett ist, beginnt nach kurzer Abfahrt
der zweite Teil der Steigung zum Passo Bordala. Am Pass geht der Weg nochmal ins Gelände bevor am höchsten Punkt des Tages
Umziehen für die Abfahrt angesagt ist.
Wegen des Regens verzichte ich auf die Abfahrtsvariante im Gelände und mache mich mit einigen anderen auf der Straße an
die 1200 HM Abfahrt Richtung Arco. Glücklicherweise ist die schmale Straße sehr wenig befahren, da man in den engen
Serpentinen gerne mal aus der Kurve getragen wird. Und mit vor Kälte zitternden Beinen fährt man auch nicht wirklich sicher.
In Santa Barbara warten wir bei einer heißen Schokolade auf die Geländefraktion und fahren dann über Arco nach Riva.
Aufgrund der kühlen Witterung zieht es einen Teil der Gruppe allerdings magisch ins Hotel nach Arco. Daher ist das
Finisher-Foto am Gardasee leider unvollständig - was uns nicht davon abhält uns in Torbole mit einer Pizza für den
Rückweg nach Arco zu stärken. Langsam spüre ich auch mein Knie wieder und die letzten Kilometer nach Arco trete ich nur
noch mit dem linken Bein.
Am Nachmittag werden die Einkaufsmöglichkeiten in Arco erkundet und nach dem Abendessen nutzen wir das inzwischen bessere
Wetter in einem Straßencafe aus.
[ 8. Tag ] Abreise
Die Rückfahrt im Bus nach Garmisch ist von pausenlosem Regen geprägt, der in den folgenden Tagen zu üblen Überschwemmungen
im Alpenraum führen wird. Auf der anschließenden Bahnfahrt wird das Wetter aber nach Norden hin immer besser und in Köln
ist fast wieder Sommer - und das Ende des Weltjugendtages, das mir einen zusätzlichen, außerplanmäßigen Zug spendiert und mir so eine halbe Stunde Wartezeit erspart.
Das war zwar meine erste, aber sicher nicht meine letzte Transalp. Bis zum nächsten Mal sollte ich aber an meiner
Fahrtechnik pfeilen und auf etwas moderners Material umsatteln: kraftvollere Bremsen, eine verwindungssteife, blockierbare
Federgabel und eine 8- oder 9-fach Schaltung mit 27er Ritzel machen das Transalpen noch angenehmer.
Die Fotos auf dieser Seite stammen übrigens von meinen Mitfinishern, da ich nachwievor zu faul zum fotografieren bin. Danke.
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