Radtour auf dem Donauradweg zwischen Passau und Wien
Siebentägige Tour im Mai 2002 gebucht bei Donau-Touristik .
Als ich mir im vergangenen November ein neues Trekking-Rad gekauft habe, hatte ich bereits die Idee, dieses auch für längere Radtouren
über mehrere Tage zu benutzen und entschloss mich daher im Winter die hier beschriebene Tour 'Paasau-Wien für Eilige' zu buchen.
Der Gepäcktransport durch den Veranstalter hat mich bewogen, auch als Mehrtagestouren-Neuling diese Variante mit Etappen bis 85 km
zu wählen. Der echte Radwanderer mag sich hier mit Grausen abwenden.
[ 1. Tag ]
Anreise mit der Bahn über Köln nach Passau. Morgens durch heftigen Regen zum Bahnhof und am Nachmittag bei warmem, sonnigem Wetter in
Passau angekommen. Noch Zeit für einen kurzen Stadtrundgang vom Hotel in der Innstadt aus.
[ 2. Tag ]
Los geht's: Um 7:30 durch die Altstadt über Inn und Donau, dann zuerst entlang der Straße, später autofrei bis zur Fähre bei Schlöngen. Nach kurzer
Pause weiter in Richtung Aschach auf dem einsamen Weg direkt am Donauufer. Vor Eferding weg von der Donau zum Bahnhof, den ich
zuerst nicht finde, da es sich eher um eine Haltestelle mit Fahrplantafel handelt. Mit der Regionalbahn nach Linz und zum Hotel etwas ausserhalb
der Innenstadt an der Donau. Das Wetter - am Morgen noch bewölkt - hat sich zu einem herrlichen Frühsommertag aufgeklärt. Warten auf das Gepäck
bis etwa 16:00, dann Umziehen und in die Innenstadt. Linz bietet den besonderen Reiz einer Großstadt im Grünen. In jeder Straßenflucht sieht man als
Hintergrund die bewaldeten Hügel im Umland. Der Park am Donauufer hat es mir besonders angetan. {80 km}
[ 3. Tag ]
Direkt am Hotel über die Autobahnbrücke und dann am linken Ufer auf ruhigen Wegen durch die Donauauen (was für ein Wort!). Teilweise kilometerlang
kein abgehender Weg und schon gar kein Haus. Durch den Ort St. Georgen, danach Abstecher zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen, die über eine steile
Zufahrtsstraße erreicht werden kann.
Danach wieder durch noch einsamere Auen - nur kurz durch einige Dörfer - bis zum Tagesziel Grein. Da ich in der Pension niemanden antreffe, setze ich
mich auf dem Kirchplatz in die Nachmittagssonne - und hole mir einen Sonnenbrand auf dem Kopf...
Das schöne Wetter stabilisiert sich und soll auch die nächsten Tage anhalten. Der Preis dafür ist ein stetiger Gegenwind beim Radeln. {62 km}
[ 4. Tag ]
In Grein über die Brücke, dann am linken Ufer bis Persenbeug. Die Landschaft hat sich verändert. Statt flacher Auen gibt es nur noch einen schmalen,
flachen Uferstreifen der direkt in Berghänge übergeht. In Persenbeug wieder auf die linke Seite. Auf den Uferradweg unterhalb der Bundesstraße bis
zum Kraftwerk Melk. Über die Staumauer nach Melk. Besichtigung des berühmten Benediktinerstifts und Mittagspause.
Über die Brücke und auf dem Radweg, der durch die Straße von der Donau getrennt wird, zum Tagesziel Spitz. Die letzten Kilometer durch Weinberge.
Ich bin in der Wachau. Das Gepäck kommt heute erst nach 18:00. Die Sache mit dem Gepäcktransport hat ihre Nachteile. {65 km}
[ 5. Tag ]
Die Königsetappe. Entlang der Weinberge bis Krems. Dann wird die Landschaft flacher und die Auen dominieren wieder. Auf einem Damm bis zum Kraftwerk Altenwörth.
Seitenwechsel und durch einige kleine Dörfer nach Tulln. Pause an einem Brunnen im Zentrum. Weiter in Richtung Kraftwerk Greifenstein. Da heute
Feiertag ist, tummelt sich hier so kurz vor Wien eine Menge Ausflugsvolk und von der Einsamkeit des Morgens ist nichts mehr zu spüren. Über die
Staumauer und den den Auwald nach Stockerau. {85 km}
[ 6. Tag ]
Heute mit vollem Gepäck die letzten {25 km} nach Wien. Auf der Donauinsel Richtung Reichsbrücke und zum Hotel, dass am Rande der Donau-City liegt.
Frischmachen, umziehen und mit der U-Bahn in die Stadt. Im Museumsquartier besichtige ich das MUMOK, danach besuche ich die Wehrmachtsausstellung, die
zur Zeit in Wien gezeigt wird. Den Aufstieg auf den Stephansdom hätte ich mir bei der drückenden Schwüle lieber sparen sollen.
Abends nochmal mit dem Rad in den Prater eine kleine Runde drehen.
[ 7. Tag ]
Der Bus holt mich und mein Rad ab. Danach gabeln wir diversen anderen Hotels andere Donau-Touristik-Kunden auf und fahren zurück nach Passau. Mit dem
Zug über Köln nach Hause.
[ Fazit: ]
Der Donauradweg ist für Einsteiger auf jeden Fall ideal. Er ist gut ausgeschildet, es gibt ein prima Touren buch von bikeline und Übernachtungmöglichkeiten
gibt es überall an der Strecke, sodass die Etappenlängen frei gewählt werden können.
Der Vorteil einer beim Veranstalter gebuchten Tour ist, dass man sich nicht um die Hotels kümmern muss und dass das Gepäck transportiert wird, was
wie gesehen aber auch ein Nachteil sein kann.
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